FinanzPuffer › Wissen › Notgroschen
FinanzPuffer Wissen

Notgroschen berechnen: So findest du eine passende Reserve für unerwartete Ausgaben

Ein Notgroschen ist eine gezielt zurückgelegte Geldreserve für unerwartete Ausgaben oder finanzielle Engpässe. Statt eine pauschale Summe zu übernehmen, kannst du deine Zielgröße aus deinen eigenen notwendigen Ausgaben und deiner persönlichen Situation ableiten.

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen ist Geld, das du bewusst für unerwartete notwendige Ausgaben oder vorübergehende finanzielle Engpässe zurücklegst.

Er soll verhindern, dass eine ungeplante Rechnung sofort dein laufendes Monatsbudget belastet. Wichtig ist deshalb vor allem, dass du weißt, welche Ausgaben du im Ernstfall tatsächlich abdecken müsstest und welcher Betrag bereits frei verfügbar ist.

Wie hoch sollte ein Notgroschen sein?

Eine pauschal passende Höhe gibt es nicht. Die sinnvolle Zielgröße hängt von deinen notwendigen Ausgaben, deiner Einkommenssituation, deinen Verpflichtungen und deinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.

Eine Orientierung in Monatsausgaben kann helfen, sollte aber nicht als feste Vorgabe für jede Person verstanden werden. Wer beispielsweise stark schwankende Einnahmen oder hohe laufende Verpflichtungen hat, betrachtet seine Reserve möglicherweise anders als jemand mit sehr stabilen Einnahmen und niedrigen notwendigen Kosten.

Wie kannst du deinen Notgroschen berechnen?

Für eine persönliche Zielgröße kannst du zunächst festlegen, welche notwendigen monatlichen Ausgaben im Ernstfall weiterlaufen würden. Anschließend entscheidest du, für wie viele Monate du diese Ausgaben durch eine Reserve abdecken möchtest.

Einfache Orientierung
notwendige monatliche Ausgaben × gewünschte Anzahl Monate = Notgroschen-Zielgröße
Beispiel

Deine notwendigen monatlichen Ausgaben betragen 1.800 €. Du möchtest dafür eine Reserve in Höhe von drei Monatsausgaben betrachten.

1.800 € × 3 = 5.400 €

5.400 € wären in diesem Beispiel deine rechnerische Zielgröße. Ob diese Höhe zu deiner Situation passt, ist eine persönliche Entscheidung.

Welche Ausgaben solltest du berücksichtigen?

Für die Berechnung ist es sinnvoll, zwischen notwendigen Verpflichtungen und Ausgaben zu unterscheiden, die sich in einem finanziellen Engpass reduzieren oder verschieben ließen. Zu den relevanten Bereichen können gehören:

  • Wohnen: zum Beispiel Miete oder andere laufende Wohnkosten.
  • Grundversorgung: notwendige laufende Kosten des Haushalts.
  • Versicherungen und Verträge: soweit sie auch in einem Engpass weiterlaufen.
  • Lebenshaltung: notwendige variable Ausgaben.
  • Weitere Verpflichtungen: regelmäßige Zahlungen, die nicht kurzfristig entfallen.

Jahreskosten und unregelmäßige Verpflichtungen sollten dabei nicht einfach verschwinden. Wenn sie planbar sind, können sie anteilig in deine Betrachtung einfließen oder separat durch Rücklagen berücksichtigt werden.

Wie kannst du einen Notgroschen aufbauen?

Wenn deine Zielgröße feststeht, kannst du den noch fehlenden Betrag bestimmen und daraus eine realistische monatliche Rücklage ableiten. Entscheidend ist weniger, möglichst schnell eine bestimmte Pauschalsumme zu erreichen, sondern eine Rate zu wählen, die zu deinem tatsächlichen finanziellen Spielraum passt.

Hilfreich ist außerdem, den Notgroschen gedanklich von Geld für planbare Jahreskosten oder konkrete Sparziele zu trennen. So bleibt klarer, welcher Teil deiner Reserve wirklich für unerwartete Situationen vorgesehen ist.

Was ist der Unterschied zwischen Notgroschen und Finanzpuffer?

Der Notgroschen ist eine gezielt zurückgelegte Reserve für unerwartete Ausgaben oder finanzielle Engpässe. Der Finanzpuffer betrachtet breiter, wie viel finanzieller Spielraum und Reserve dir zur Verfügung stehen, wenn laufende und anteilige unregelmäßige Kosten berücksichtigt werden.

Der Notgroschen kann damit ein Bestandteil deiner finanziellen Reserve sein. Die Finanzpuffer-Betrachtung hilft zusätzlich dabei, die Reserve in den Zusammenhang deiner gesamten Kosten- und Einkommenssituation einzuordnen.

Finanzpuffer berechnen →

Warum ist der Kontostand nicht automatisch dein Notgroschen?

Geld auf dem Girokonto kann bereits für Miete, Rechnungen, Jahreskosten oder andere Verpflichtungen vorgesehen sein. Deshalb ist nicht jeder positive Kontostand automatisch eine frei verfügbare Notfallreserve.

Für eine realistische Einschätzung solltest du deshalb unterscheiden, welche Beträge bereits verplant sind und welcher Teil tatsächlich frei verfügbar bleibt.

Notgroschen mit deinen Zahlen planen

Von der Zielgröße zur finanziellen Struktur

Das FinanzPuffer-System führt Einnahmen, Fixkosten, Verträge, variable Kosten, Jahreskosten, Rücklagen und Notgroschen zusammen. So kannst du deine Zielgröße auf Basis deiner eigenen Zahlen planen und deinen finanziellen Spielraum im Zusammenhang betrachten.

FinanzPuffer-System ansehen →